Das denkmalgeschützte Gebäude an der Neufeldstrasse 95 wurde in den 1960-er Jahren von Gret und Hans Reinhard erbaut und im Jahr 2009 durch Andreas Furrer Architekten saniert. Im Rahmen dieser Sanierung wurden in den Wohngruppen einzelne Räume der Nebenraumschicht auf der Nordseite aufgehoben und in Aufenthaltsbereiche umfunktioniert. Die Fassade blieb dabei erhalten, jedoch entsprach die ursprüngliche Befensterung den neuen Nutzungen nicht mehr.
Der im Jahr 2022 ausgeschriebene Studienauftrag sah die Erneuerung und Neugestaltung der inzwischen stark beanspruchten Oberflächen der Wohnetagen vor. Um die Nutzungsflexibilität und Wohnlichkeit der Wohngruppen zu erhöhen, sollte auch die Möblierung erneuert werden. Der Projektvorschlag des Büros B ging über diese Anforderungen hinaus und empfahl zusätzlich angemessene Korrekturen in der Raumstruktur sowie an der Fassade.
So wurde der Ess- und Küchenbereich durch das Aufheben und Versetzen des Dienstzimmers neben der Küche erweitert. Durch neue Fensteröffnungen und den Umbau der Fensterbrüstungen erhielten die Aufenthaltsbereiche einerseits mehr Tageslicht, andererseits entstanden neue, wichtige Sichtbezüge nach aussen – insbesondere für Bewohner im Rollstuhl.
Neben den räumlichen Anpassungen trägt ein neues Farb- und Beleuchtungskonzept zur Attraktivität der Wohngruppen bei. Durch den Einsatz von Licht und Farbe wird die Monotonie der Korridore gebrochen, während farbige Wände die Wohnlichkeit der Aufenthaltsbereiche steigern. Einfache Eingriffe in die bestehende Struktur sowie modular aufgebaute und umsetzbare Massnahmen sicherten die gewünschte Wirtschaftlichkeit. Die Ausführung erfolgte in laufendem Gesamtbetrieb in sechs Etappen.