Erweiterung Wohnhaus Hiltystrasse, Bern

Informationen
Nr
MOHProjekttitel
Erweiterung Wohnhaus HiltystrasseAuftraggeber
Privat
Ausführung
1994–1995

Das Einfamilienhaus aus dem Jahr 1920 liegt am Rande der Stadt Bern an einer leichten Hangkante mit Aussicht auf die Berner Alpen. Der Erweiterungsbau setzt sich räumlich und formal vom Altbau klar ab, stellt sich neben ihn und verstärkt die Kette von Einzelbauten entlang der Hangkante. Durch seine Materialisierung und Konstruktion in vorfabrizierter Holzrahmenbauweise ist er in dieser Kette als eigenständiges würfelförmiges Volumen mit vierseitig umlaufender Lärchenholzfassade erkennbar. Zwischen Alt und Neu entsteht ein keilförmiger, verglaster und nicht beheizter Zwischenraum für die Vertikalerschliessung.
Die Integration des alten Nussbaums führt zu einer unerwarteten Überlagerung von Natur und Kultur, die kartesianische Ordnung des Holzkubus wird durch die gewachsenen Kräfte des Baumes gesprengt. Eine weitere Überlagerung findet durch die Manipulation der Raumeindrücke statt: “Innen“ und “Aussen“ sind räumlich und klimatisch nicht deckungsgleich. Die starke Raumdefinition der geschlossenen Holzfassaden führt dazu, dass der Nussbaum räumlich Teil des Hausinnern wird, klimatisch jedoch dank rahmenlosen Verglasungen im Aussenraum steht. Durch diese Überlagerung entwickelt der alte Nussbaum mit seiner borkigen Rinde eine im Jahreszeitenverlauf stets wechselnde Präsenz in den Innenräumen des Hauses.