Über mehr als ein Jahrhundert ist an bester Aussichtslage auf dem Kursaalhügel in der Stadt Bern ein Gebäudekomplex gewachsen, der heute ein Kongresszentrum, ein Viersternehotel, ein Spielcasino und drei Restaurants umfasst. Dieser gewachsenen Struktur fehlte jedoch der gestalterische und funktionale Zusammenhalt. Im Rahmen der Gesamterneuerung und Erweiterung wurden Raumangebot und Infrastruktur an die stetig wachsenden Bedürfnisse moderner Grossveranstaltungen angepasst. Die gestalterischen Eingriffe vereinheitlichen den gewachsenen Bestand nach innen und nach aussen und geben dem Kursaal ein neues Gesicht.
Der auffälligste Neubauteil ist das Event-Forum, welches die Silhouette zur Stadt hin vereinheitlicht und die Gesamtanlage wie eine Spange zusammenfasst. Die Statik des grossflächigen, ondulierenden Daches ist in drei schlanken weissen Stützenbündeln konzentriert, deren Schrägstellung die horizontale Gebäudeaussteifung übernimmt.
Die angrenzende, denkmalgeschützte Arena aus den 50er Jahren wurde gesamthaft sorgfältig restauriert und an heutige Bedürfnisse angepasst. Anspruchsvoll war insbesondere die ausgeprägte Gebäudetechnik unter Bewahrung der ursprünglichen Konzeption einzubauen. Beispielsweise wurde die Geometrie der einzigartigen ovalen Form so bearbeitet, dass Lüftungsführungen integriert werden konnten ohne, dass eine Veränderung spürbar ist.
Eine besondere Herausforderung stellte das Bauen unter Vollbetrieb dar. Die neue Grossküche mit 40 Arbeitsplätzen und Infrastrukturräumen wurde als Unterfangung unter den denkmalgeschützten Gebäuden realisiert. Ein neuer Trakt mit Konferenzsuiten führt die Hotelfassade nahtlos weiter und schliesst die Lücke zum historischen Treppenturm. Im Rahmen der Gesamterneuerung wurden zusätzlich die Besucher- und Logistikwege entflochten, der Haupteingang neu gestaltet und das Spielcasino um ein Drittel vergrössert.